2017. 5. Pflegegrade statt 3. Pflegestufen

Seit 01.01.2017 ist nur das neue Pflegestärkungsgesetz 2 in Kraft

Was bringt uns das?

Statt vorher 3 Pflegestufen plus Pflegestufe 0 für Demenzerkrankte, haben wir jetzt 5 Pflegegrade.

Vorteile die diese Reform nach sich zieht:
– Demenzerkrankungen werden stärker berücksichtigt
– Durchschnittlich mehr Gelder
– Neue Beurteilungskriterien
– Geld Angleichungen ein Inflationsausgleich gegen die Preisentwicklung
Bringt unter dem Strich mehr Geld, für die die darauf angewiesen sind.

Im Detail bedeutet es, das es wie vorher auch 2 Einstufungen gibt, die Ambulante (die zuhause gepflegt und betreut werden) und die stationäre Einstufung bei der die Personen in einer Pflegeeinrichtung untergebracht ist.

Monatliche Leistungen bei ambulanter Pflege:

  • PG 1: Geldleistung ambulant 0,00€
    Sachleistung ambulant 0,00€
  • PG 2: Geldleistung ambulant 316,-€
    Sachleistung ambulant 689,-€
  • PG 3: Geldleistung ambulant 545€
    Sachleistung ambulant 1.298€
  • PG 4: Geldleistung ambulant 728,-€
    Sachleistung ambulant 1.612,-€
  • PG 5: Geldleistung ambulant 901€
    Sachleistung ambulant 1.995€

Monatliche Leistungen bei teilstationärer und stationärer Pflege:

  • PG 1: Leistungsbetrag teilstationär 0,00€
    Leistungsbetrag stationär 125€
  • PG 2: Leistungsbetrag teilstationär 689,-€
    Leistungsbetrag stationär 770,-€
  • PG 3: Leistungsbetrag teilstationär 1.298€
    Leistungsbetrag stationär 1.262€
  • PG 4: Leistungsbetrag teilstationär 1.612,-€
    Leistungsbetrag stationär 1.775,-€
  • PG 5: Leistungsbetrag teilstationär 1.995€
    Leistungsbetrag stationär 2.005€

Bei den Begrifflichkeiten Sachleistung und teilstationär was verbirgt sich jetzt dahin?

Das ganze möchte ich bei ambulanten Pflege an einem Beispiel aufzeigen:

Ein Pflegebedürftiger mit dem Pflegegrad 3 wird ambulant von einem Angehörigen gepflegt. Dafür erhält er an Pflegeleistungen ein monatliches Pflegegeld von 545 Euro. Da der Angehörige die Pflege allerdings nicht komplett übernehmen kann, reduziert der Pflegebedürftige das Pflegegeld um 20% und erhält dafür 20% der ambulanten Sachleistung.
Dies bedeutet, dass er statt der vollen 545 Euro nur noch 80%, also 436 Euro erhält. Zusätzlich erhält er 20% der ambulanten Pflegesachleistung, die normalerweise 1.298 Euro beträgt, also 259,6 Euro.
Insgesamt erhält er also Gelder von 695,6 Euro. Die Voraussetzung ist, dass 259,6 Euro für einen ambulanten Pflegedienst verwendet werden.
Unter Teilstationärer Leistungsbetrag ist gemeint:
Teilstationäre Leistungsbeträge erhalten Pflegebedürftige, die sich weniger als 24 Stunden in einer Pflegeeinrichtung aufhalten. Damit ist zumeist die Tages- und Nachtpflege gemeint. Der teilstationäre Leistungsbetrag entspricht den Pflegesachleistungen.

Der bundesdurchschnittliche pflegebedingte Eigenanteil:

Beim Eigenanteil, den jeder Pflegebedürftige für seine Pflege entrichten muss, gelten zwei Werte. Standardmäßig muss jeder Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2-5 einen Eigenanteil entrichten, der sich auf 580€ beläuft.
Hinzu kommen allerdings noch die Kosten für Verpflegung, Unterkunft und andere Investitionen. Diese Kosten werden pro Einrichtung individuell berechnet. Diesen Eigenanteil muss man allerdings nur entrichten, wenn man vollstationär gepflegt wird, das heißt, wenn man in einem Pflegeheim lebt.
Wer in einer Pflege-WG wohnt, muss den Eigenanteil nicht entrichten. Bei einer Pflege-WG handelt es sich um eine ambulante Wohnform.
Was ganz wichtig ist, wie wird man in einen der Pflegegrade eingestuft?

Das neue Begutachtungsassessment

Der Begriff das neue Begutachtungsassessment (NBA) hört sich erst einmal komisch an. Doch dahinter steckt nichts anderes als ein neues System der Begutachtung, das seit Anfang 2017 mit dem Pflegestärkungsgesetz 2 (PSG II) angewandt wird. Generell soll die Selbstständigkeit das neue Kriterium bei der Einstufung sein. Dabei sind nicht mehr Voraussetzungen auf körperlicher Ebene, sondern Voraussetzungen auf der geistigen Verfassung wichtig.

Punkteverteilung für die Pflegegerade:

  • 12,5 bis unter 27 Punkte = Pflegegrad 1
  • 27 bis unter 47,5 Punkte = Pflegegrad 2
  • 47,5 bis unter 70 Punkte = Pflegegrad 3
  • 70 bis unter 90 Punkte = Pflegegrad 4
  • 90 bis unter 100 Punkte = Pflegegrad 5

Was neu ist:

Die Zeitmessung, die mit den Pflegestufen gebraucht wurde, wird verändert, außerdem treten neue Messmethoden an diese Stelle. Die minutengenaue Messung spielt im Neuen Begutachtungsassessment (NBA) nur noch eine untergeordnete Rolle. Die Pflegebedürftigen werden ganzheitlich in Bezug auf ihre Selbstständigkeit bewertet. Dies geschieht mit Hilfe einer Punktevergabe. Auf einer Skala von 0 bis 100 wird dann eine Einteilung in einen der fünf Pflegegrade vorgenommen. Dies gilt nur für die neuen Fälle. Menschen, die aufgrund ihrer Beeinträchtigungen bereits eine Pflegestufe haben, werden automatisch in den entsprechenden Pflegegrad eingeteilt, wie oben gezeigt.

Die Begutachtungskriterien im Überblick:

Im neuen Begutachtungsassessment (NBA) werden seit Anfang 2017 die folgenden sechs Bereiche begutachtet. Für jeden Pflegegrad gibt es in diesen sechs Bereichen Richtwerte, an denen sich die Begutachter bei der Bewertung richten können.

1) Mobilität
Inwiefern ist freie Bewegung (aufrechtes Sitzen, Gehen, Positionsveränderungen im Bett) möglich?

2) Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
Können noch Entscheidungen gefällt, Orte und Personen erkannt, komplexe Handlungen durchgeführt werden?

3) Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
Gibt es motorische, (auto)aggressive Auffälligkeiten im Verhalten? Bestehen (irrationale) Ängste, Wahnvorstellungen, Depressionen?

4) Selbstversorgung
Inwiefern liegt die Fähigkeit vor, die Körperpflege, das An- und Auskleiden, die Ernährung etc. noch selbstständig zu vollziehen?

5) Umgang mit krankheits-/therapiebedingten Anforderungen
Wie viel Unterstützung ist im Bereich der krankheitsbedingten Anforderungen (z.B. bei der Medikamentengabe oder dem Verbandswechsel) notwendig?

6) Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte
Kann der Tagesablauf noch selbstständig gestaltet und an eventuelle Veränderungen angepasst werden? Wird mit anderen Menschen normal interagiert?

Die verschiedenen Einteilungsaspekte haben einen unterschiedlich hohen Einfluss auf die Einteilung in einen Pflegegrad.

Gewichtung der Begutachtungskriterien

Die Einteilung wird, wie auch schon jetzt, von einem unabhängigen Prüfer seitens der Krankenkassen durchgeführt. Mit dieser Aufgabe betraut ist derzeit der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) und für die privat Krankenversicherten macht es medicproof.

Pflegegrade einfach erklärt vom Bundesministerium für Gesundheit finden sie auf:

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege.html

Das war ein kurzer Blog von mir zum Thema Pflege ab 2017.
02.02.2017

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